Die Linse ist im menschlichen Auge hinter der Pupille. Ihre Funktion ist die Bündelung der Lichtstrahlen auf der Netzhaut, so dass Bilder klar gesehen werden können. Der optische Nerv überträgt dann das Bild zum Gehirn.
Im Falle einer Katarakt ist die Linse opak geworden, die Bilder werden verschwommen.
Ursachen
Die häufigste Ursache für Katarakt ist die Alterung. Die normale Proteinstruktur der Linse verändert sich und wird opak. Die meisten Kataraktpatienten sind über 60 Jahre alt.
Nur in 5 % der Fälle hat die Katarakt eine andere Ursache:
- Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes
- Augenkrankheiten wie Glaukom oder okulare Entzündungen (Iritis, usw.)
- ausgedehnte Nutzung bestimmter Typen von Medikamenten wie Kortison
- Vererbung
- Traumas durch einen Schlag aufs Auge oder Strahlenschäden.
Symptome
Die Art, wie die Katarakt das tägliche Leben der Patienten behindert, kann variieren, ebenso wie die Geschwindigkeit, mit der sie sich entwickelt. Ein Auge kann stärker betroffen sein als das andere.
Anfangs ist eine Korrektur durch eine Anpassung der Brille möglich. In einigen Fällen kann sich das Lesen verbessern, während sich das Sehen auf die Entfernung verschlechtert. In anderen Fällen entwickelt sich ein Doppelsehen. Oft werden Patienten lichtempfindlicher, nachts erscheinen Lichtquellen mit einem Sternenkranz und Auto fahren wird gefährlich.
Zu einem späteren Zeitpunkt kann die Sicht des Kataraktpatienten milchig werden, als ob er durch einen Wasserfall schaut ! – daher der Name “Katarakt”.
Diagnose
Diese wird von dem Ophthalmologen nach einer gründlichen Untersuchung des Auges gestellt, beider er eine Schlitzlampe und anderes diagnostisches Gerät verwendet, um sicher zu stellen, dass eine Katatarakt die Ursache für die reduzierte Sicht ist und keine anderen Krankheiten vorliegen.
Behandlung
Keine lokale oder andere Medikation kann eine Katarakt verhindern oder heilen. Die einzige effektive Behandlungsmethode ist die chirurgische, bei der die opake Linse des Auges des Patienten entfernt und durch eine künstliche Linse ersetzt wird. Der Patient muss - zusammen mit dem Ophthalmologen - entscheiden, ob seine Sehprobleme seinen Alltag und sein Wohlbefinden (lesen, Auto fahren, fernsehen, usw.) so sehr einschränken, dass er eine Operation auf sich nehmen möchte. Für diese Entscheidung muss der Patient abwägen zwischen den täglichen Augenbeschwerden und dem sehr geringen Risiko einer durch den Eingriff verursachten Komplikation.
Kataraktchirurgie ist wahrscheinlich die am meisten am Menschen durchgeführte Chirurgie. DIe Erfolgsquote ist hoch: 98 % aller Patienten haben eine deutliche Verbesserung ihrer Sicht.
Katarakt kann bei Patienten jeden Alters operiert werden. Der Grad an Verschlechterung der Sicht durch die Katarakt ist von Patient zu Patient unterschiedlich.
Ein chirurgischer Eingriff wird nur dann dringend erforderlich, wenn die Katarakt eine Schwellung der Linse mit der Konsequenz eines erhöhten Augendrucks, deutlichen Schmerzen und einer möglichen Blindheit (Glaukom) verursacht.
Pre-operative Untersuchung
Die Brechkraft der betreffenden künstlichen Linse wird mit Hilfe einer Echografie des Auges (Biometrie) und in Verbindung mit einem speziellen Computerprogramm berechnet. Der Hausarzt des Patienten wird zu Rate gezogen, um herauszufinden, ob es Einwände gegen einen Einfgriff unter lokaler Anästhesie gibt. In den meisten Fällen werden ein Elektrokardiogramm und ein Bluttest gemacht, sofern diese Untersuchungen nicht bereits in den vergangenen sechs Monaten durchgeführt wurden.
Anästhesie
Die meisten Kataraktoperation werden unter örtlicher Betäubung durchgeführt, also in der Form von Tropfen.
Dr. Vryghem war 1996 einer von den ersten Augenchirurgen in Europa, die diese Methode einführten und systematisch anwendeten. Die Tropfen werden kurz vor dem Eingriff verabreicht.
Obwohl in dem vollen Bewußtsein, dass der Chirurg die Operation durchführt, verspürt der Patient keine Schmerzen. Nervösen Patienten kann ein Beruhigungsmittel gegeben werden.
In seltenen Fällen wird durch eine Spritze betäubt, eine Narkose ist nur in ganz außergewöhnlichen Fällen notwendig, z.B. bei psychatrischen Patienten.
Ambulante oder stationäre Behandlung
Die meisten Katarakoperationen werden in der Tagesklinik ambulant durchgeführt, d.h. dass der Patient eine halbe Stunde vor dem Eingriff eintrifft und die Klinik ungefähr eine Viertelstunde danach wieder verlassen kann. In der Woche nach dem Eingriff werden ein bis zwei Kontrolluntersuchungen durchgeführt, um zu überprüfen, ob alles gut verlaufen ist, und um eine Infektion auszuschließen.
Unter bestimmten Umständen kann eine stationäre Behandlung in Erwägung gezogen werden, in diesem Fall kommt der Patient am Nachmittag vor der Operation in die Klinik und verläßt diese zwei Tage später. Zwei Untersuchungen werden in diesen zwei Tagen durchgeführt.
Ablauf des Eingriffs
Das Auge wird mit antibiotischen Tropfen desinfiziert, die der Patient drei Tage vor der Operation nehmen muss.
Die Pupille des zu behandelnden Auges muss 2 ½ Stunden vor dem Eingriff mit Hilfe von Augentropfen, die der Patient sich selbst verabreicht, erweitert werden.
Der Eingriff wird in einer sterilen Umgebung durchgeführt. Der Bereich um das Auge wird desinfiziert und mit sterilen Tüchern bedeckt.
Der Vorgang selbst dauert zehn Minuten. Der Patient wird gebeten, in das Licht des Operationsmikroskops zu schauen.
Eine transparente Schutzkappe wird nach der Operation nicht direkt benötigt, aber sie muss eine Woche lang jede Nacht getragen werden.
Post-operative Pflege
Vom Patienten müssen während der sechs Wochen nach dem Eingriff antibiotische und entzündungshemmende Tropfen genommen werden. Der Patient muss ein direktes Trauma des Auges vermeiden, er darf nicht schwer heben und er muss staubige Umgebungen meiden.
In den meisten Fällen wird die Fernsicht des Patienten ohne Brille zufriedenstellend sein; zum Lesen wird er aber eine Brille benötigen. Eine neue Brille wird nach sechs Wochen verschrieben.
Langzeit-Ergebnisse
Bei einem Drittel der Patienten kann es bei der Linsenkapsel Monate oder Jahre nach dem Eingriff zu Trübungen kommen: Dies wird sekundärer Kartarakt oder Nachstar genannt. Die Nachstarbehandlung besteht aus einer Eröffnung der getrübten Linsenkapsel (Kapsulotomie) mit Hilfe eines YAG-Lasers, wodurch sich das Sehvermögen des Patienten bereits am nächsten Tag verbessert.
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